DAS SOLDATSEIN ALS EINTRITTSKARTE FÜR DIE GESELLSCHAFT

Jungs aus der Defox

Diese erotischen Erfahrungen und Bilder nahmen dabei verschiedene Formen an. Sie reichten von romantischen Liaisons zwischen Besatzungs soldaten und Französinnen über Nachtclubbesuche von deutschen Soldaten, die die sexualisierten Bilder beziehungsweise die eigentliche Montmartre-Erfahrung produzierten, bis hin zu von den deutschen Behörden sorgfältig überwachter und regulierter Prostitution. Dieser Essay hat zum Ziel, ein vorläufiges Bild dieser erotischen Imaginationen zu zeichnen und ihre Verbindungen zum Tourismus zu diskutieren, nicht zuletzt da sich die Besatzungs soldaten in Reiseratgebern informierten. Der Sextourismus der Besatzungs soldaten spiegelt dabei Machtasymmetrien wider, einerseits zwischen Besatzern und Besetzten, andererseits gelegentlich auch innerhalb der deutschen Militärhierarchie selbst. Tourismus, Erotik und Macht sind miteinander verknüpft. Den Historikern der Nachwelt stehen kaum Schriftzeugnisse der Beteiligten zur Verfügung.

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Accordingly muss es ausgesehen haben, als Lina ihre Antifa-Männer befehligt. Lina E. Eine brutale junge Frau, die schwarz vermummten Antifa-Männern sagt, wo es langgeht? Für den Generalbundesanwalt ist sie die Anführerin eines hochorganisierten linken Schlägerkommandos.

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Sie nahm die Neuerung deshalb als weniger umstürzlerisch wahr. Im Gegenteil entwickelte be in charge of auch hier viel Fantasie, um dem ungeliebten Militärdienst zu entgehen: durch legale Mittel der Reklamation ebenso wie mit illegale Tricks der Bestechung, Simulation oder Selbstverstümmelung. Mit der Zeit aber lernte man vor allem in bürgerlichen Rotieren der Wehrpflicht auch Positives abzugewinnen. Vielerlei junge Männer machten von dem Privileg Gebrauch, bei freiwilliger Meldung statt drei nur ein Jahr dienen zu müssen. Als Einjährig-Freiwillige durften sie sich das Regiment selber aussuchen und konnten sich zum Landwehr- oder Reserveoffizier qualifizieren. Daher darf die Attraktion des Militärischen außerdem nicht überschätzt werden. Selbst nach drängten sich längst nicht alle jungen Männer von Besitz und Bildung nach einer militärischen Nebenkarriere. Weniger als ein Drittel der zum einjährigen Dienst Berechtigten trat tatsächlich in die Armee ein, Allgemeinheit meisten wurden als dienstunfähig ausgemustert. Und von denjenigen, die ihr Militärjahr ableisteten, erwarb nur jeder Zweite die Qualifikation zum Reserveoffizier.

Ich komme mit Minirock in dein Fahndungsraster

Seite 3 — Inszenierte Schützengrabenfotos Doch non nur die Zensur führt in Allgemeinheit Irre. Die wirkungsvollsten Lügen sind subtiler: Jedes Plakat, das mit blumigen Bildern für Kriegsanleihen wirbt, romantisiert den Schrecken. Selbst Todesanzeigen verlieren ihre politische Unschuld, wenn sie der für Kaiser und Vaterland gefallenen Soldaten gedenken. Solche Lügen bemerkt niemand mehr, weil fast alles Lüge ist, was sie umgibt: Der gesamte Bilder- und Sprachgebrauch in Kriegen ist mythisch aufgeladen. Auch dass der eigene Kampf gerecht und das Sündenregister der Feinde unermesslich ist, gehört wenig den notorischen Schwindeleien. Und doch markiert der Erste Weltkrieg hier eine Zäsur: Die Wucht seiner Gräuelpropaganda lässt jede frühere Feindschaft wie einen unentschlossenen Versuch erscheinen. Auf beiden Seiten wird jener Krieg wie ein Exorzismus geführt, der das Böse schlechthin ausrotten will.

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